Wenn du eine ambulante Psychotherapie beginnen willst, musst du einige wichtige Punkte wissen.Es werden nur bestimmte Therapiearten von der Krankenkasse bezahlt. Das ist die Verhaltenstherapie, die analytische Psychotherapie und die tiefenpsychologisch fundierte Therapie. Und auch da ist es so, dass nicht jeder Therapeut die Kassenzulassung hat. Also lieber vorher nachfragen - wichtig ist es auch zu wissen, was für Fortbildungen der/die künftige Therapeut hat. Aber nicht nur das spielt bei der Suche nach einem künftigen Therapeuten eine Rolle. Entscheident sind auch andere Faktoren wie Geschlecht, Sympathie, Nähe zum Wohnort, Dauer der Wartezeit.....Vor Beginn der eigentlichen Therapie hat jeder probatorische Sitzungen. Sie dienen dazu, zu überprüfen ob du, aber auch der Therapeut sich eine Therapie miteinander vorstellen können. Dir stehen bei Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierter Therapie 5 probatorische ("Schnupperstunden") Sitzungen von der Krankenkasse zu. Bei analytischer Psychotherapie sind es 8 Sitzungen. Erst danach wird ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt

Bei der Suche nach einem Therapeuten ist es hilfreich, sich vor dem Erstgespräch bestimmte Fragen zu überlegen, um die Entscheidungsfindungen zu vereinfachen. Für jeden sind aber andere Fragen entscheident und wichtig. In einem Borderlinebuch (Quelle siehe unten) wurden folgende Fragen als Anhaltspunkt bei einer Therapeutensuche vorgeschlagen:

 

Es ist völlig legitim, vor der Entscheidung bei mehreren Therapeuten Erstgespräche zu führen. Auch wenn es einem schlecht geht, hat man das Recht, etwas zu fordern. Therapie ist eine Dienstleistung und letztlich zahlt die Krankenkasse (oder man selbst) dafür auch eine ganze Menge Geld (eine Therapiestunde köstet zwischen 30 und 100 Euro)"

Quelle: Knuf Andreas, Tilly Christiane, Borderline: Das Selbsthilfebuch. Seite 115.

 

Das Zeitkontingent bei der Psychotherapie ist festgelegt. Bei Verhaltenstherapie geht die Verlängerung auf 60 Stunden, bei analytischer Psychotherapie auf bis zu 240 Stunden und bei tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie auf bis zu 80 Stunden. In begründeten Einzelfällen können diese Zeiten überschritten werden. So gibt es bei der Verhaltenstherapie maximal 100 Stunden, bei der analytischen Psychotherapie sind es bis zu 300 Stunden und bei der tiefenpsychologisch fundierten Therapie sind es bis zu 100 Stunden.(das betrifft jetzt nur die gesetzlich Krankenversicherten, bei der privaten Krankenversicherung gelten andere Richtlininen)Hat man die volle Stundenzahl erreicht, muss man 2 Jahre pausieren bevor man eine erneute ambulante Psychotherapie der gleichen Richtung machen kann. Die Krankenkasse genehmigt als Überbrückung dieser Zeit im Monat eine Therapiestunde. Eine Möglichkeit das zu umgehen ist auch, die Therapieform zu wechseln. Hat man vorher Verhaltenstherapie gemacht, kann man den vollen Stundensatz bei z.B. der Analyse bekommen.

 

 

 

 

 

 

 

Der Weg zur ambulanten Therapie