Alkoholprobleme - ein gesellschaftliches Tabu?

Viele Menschen mit Alkoholproblemen fühlen sich allein. Dieser Eindruck täuscht allerdings, denn Alkohlprobleme sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Insgesamt leiden - verteilt in allen Schichten - ca. 2,5 Millionen Menschen in Deutschland unter einer behandlungsbedürftigen Alkohlabhängigkeit und fast jeder zehnte Erwachsene gilt als alkoholgefährdet. Entgegen eines weitverbreiteten Klischees betrifft dieses Problem nicht nur erwachsene Männern, sondern zunehmend auch Frauen und Jugendliche.

Grundsätzlich gilt: jeder kann betroffen werden, egal ob jung oder alt, reich oder arm!

1. Risikofaktoren

- Konsumverhalten: Wer regelmäßig trinkt, um lockerer, lustiger und entspannter zu werden und aktuelle Probleme zu lösen begibt sich bereits in Gefahr, psychisch vom Alkohol abhängig zu werden. Wer viel trinkt steigert zusätzlich die Alkoholtoleranz. Er muss immer mehr trinken um z.B. lockerer zu werden.

- Persönliche Merkmale: Alkohl ist zwar keine "Erbkrankheit", aber aus der Familienforschung/ Zwillingsforschung ist bekannt, dass auch Erbanlagen eine Rolle bei der Wahrscheinlichkeit einer Abhängigkeitsbildung spielen. Eigenschaften wie gesundes Selbstvertrauen reduziert die Suchtgefährdung gegenüber Personen die nicht über ein gesundes Selbstvertrauen verfügen.

- Umwelt: Gruppendruck kann zu übermäßigen Trinken verführen, ebenso eine Trennung vom Partner oder persönliche Krisen. Auch negative Kindheitserlebnisse (z.B.: sexueller Missbrauch) können zum Risikofaktor werden.

 

2. Merkmale abhängigen Verhaltens

Nicht jeder Abhängige muss hier alle Symptome zeigen, es ist eine schrittweise Veränderung und es gilt den Prozess wahrzunehmen.

 

3. Merkmale einer bestehenden Alkoholabhängigkeit

 

4. Abhängigkeitsbehandlung

1. körperlicher Entzug (Entgiftung)

2. psychotherapeutische Behandlung (Langzeitentwöhnung) in einer Fachklinik

3. Mitbehandlung der Angehörigen/Bezugspersonen.

4. Nachsorge => Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe (z.B. Anonyme Akoholiker)

Oberstes Behandlungsziel ist der dauerhafte Verzicht auf die abhängigkeitserzeugende Mittel. Nur der Patient ist in der Lage auf den Alkohol zu verzichten.

Es kann auch zu einer Abhängigkeitsverlagerung kommen.

 

 

(Quelle 1: www.wikipedia.de

Quelle 2: ²Alkoholprobleme. Aus ganz normalen Familien kommen ganz normale Suchtkranke. Suchtarbeitskreise der Oberpfalz, Regensburg 2002, Seite 5)