Betreuung

Ich habe schon sehr lange eine Betreuung und ich weiß, dass die Meisten dies fürchten, aus Angst, dass man ihnen noch mehr weg nimmt, als sie eh' schon an Freiheiten haben. Ich habe unterschiedliche Erfahrungen mit Betreuungen gemacht und erlebe auch hier im Krankenhaus immer wieder unterschiedliche Betreuer/Betreuerinnen. Meine erste gesetzliche Betreuerin, das muss ich offen zugeben, war für mich wie eine Fremde und ich habe mich auch nicht wohl gefühlt bei ihr. Auch meine Ärztin hat bemängelt, dass sie die Arbeit nicht so macht, wie sie sie machen müsste. Ich bin dann zu einer privaten Betreuung gewechselt (denn das Recht hat man immer, und es war nur als Übergangslösung gedacht - so dass ich beim Gericht dann wieder eine gesetzliche "beantragen" kann, weil meine private Betreuerin (eine sehr gute Freundin) es nicht mehr schafft).... sie hat das dann doch 1 1/2 Jahre durchgezogen und ich habe Respekt wie sie das gemeistert hat. Sie wurde dann schwanger und das war dann auch ein guter Moment zu sagen, wir gehen wieder zu einer gesetzlichen Betreuerin. Ich hatte unglaubliche Angst vor diesem Schritt, denn ich kannte ja nur die Erfahrung von davor. Ich bin aber zu einer Betreuerin gekommen, für die ich nicht nur die Akte Windblume bin, sondern die sich auch Zeit nimmt zu fragen wie es mir geht. Die meiste Zeit geht dafür drauf - der Schriftkram und was halt so anfällt läuft nebenher.... Mit ihr habe ich eine zusätzliche Kontaktperson gefunden und auch jemand dem ich ehrlich sagen kann wie es mir geht. Und ich bin ein Mensch, der sich nicht so leicht und einfach jemand öffnet - das muss ein besonderer Mensch sein und ich muss ihn/sie vorher zur Genüge getestet haben. Bei ihr ging es unglaublich schnell. Sie nimmt mir nichts im Leben, sie ist für mich eine Bereicherung und unterstützt mich immer wenn es notwendig ist. Sie ist sehr ehrlich und deutlich zu mir und würde mir wohl auch die Meinung sagen, wenn ich etwas ziemlich verbockt habe - aber mir ist diese Ehrlichkeit auch wichtig, denn dann weiß ich, dass das Andere auch ehrlich gemeint ist.

Was ich eigentlich damit sagen will ist, dass eine Betreuung nicht nur negativ für einen sein kann, sondern durchaus hilfreich und stützend. Meine Betreuerin weiß einfach auch durch ihr Studium und ihre Berufserfahrung Dinge, die ich nicht weiß mir aber das Leben erleichtern können. Hilfreich indem auch, dass einem viele Sachen, die man aus Krankheitsgründen nicht mehr alleine regeln kann, abgenommen werden, und stützend, dass es auch durchaus eine Anlauf- oder Kontaktstelle in einer Krise sein kann. Ich jedenfalls bin froh sie zu haben und würde sie nicht eintauschen wollen und würde auch nicht auf eine Betreuung verzichten wollen. (an der Stelle eine kleines Danke liebe Frau B. und auch ein Danke für die Folien die Sie mir gegeben haben um auf der Homepage zu erklären, wie eine Betreuung abläuft. DANKE :-) )

Folien